Sind Steuern Raub? - Steuern einfach erklärt
- 16. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Steuern sind Raub!
Das ist einer der häufigsten Kommentare, denen wir so begegnen.
Aber ist das so?
Wofür sind Steuern überhaupt da?
Fast jeden Tag begegnet jeder von uns dem Begriff “Steuer”.
Egal ob ihr euch eure Gehaltsabrechnung anguckt, ob ihr Zinsen auf euer Tagesgeldkonto bekommt oder ihr einkaufen geht.
Überall gehen Steuern weg, die ihr nicht unbedingt selbst ans Finanzamt zahlen müsst.
In vielen Fällen machen das andere für euch – der Arbeitgeber, die Bank oder der Supermarkt.
Ihr seid nicht in allen Fällen Steuerschuldner, auch wenn ihr Steuerträger seid.
Tragt ihr die Last der Steuern zwar, aber seid nicht die Person, die dem Finanzamt das Geld schuldet, dann redet man von indirekten Steuern.
Das ist zum Beispiel die Umsatzsteuer, die oft auch Mehrwertsteuer genannt wird.
Wenn ihr selbst auch der Schuldner sein, von dem das Finanzamt im Zweifel das Geld einfordert, dann hat man eine direkte Steuer wie zum Beispiel die Einkommensteuer.
Es gibt viele verschiedene Steuerarten – mehr als ihr vermutet.
Genau das sorgt auch an vielen Stellen für Verwirrung.
Wenn ihr also irgendwo von “Steuersenkungen” hört, heißt das nicht unbedingt, dass ihr jeden Monat mehr Geld von eurem Arbeitgeber überwiesen bekommt.
Denn eine Steuersenkung bei der Umsatzsteuer würdet ihr auf eurer Gehaltsabrechnung gar nicht merken.
Genauso bedeutet der Begriff “Kleinunternehmer” nicht, dass man als “kleiner Unternehmer” gar keine Steuern für sein Unternehmen zahlen muss wie viele aber denken.
Denn das ist eine rein umsatzsteuerliche Regelung, die dafür sorgt, dass man keine Umsatzsteuer zahlen muss.
Das bedeutet aber nicht, dass man nicht Einkommensteuer, Körperschaftsteuer oder Gewerbesteuer für ein Unternehmen zahlen muss, das diese Regelung nutzt.
Und jetzt merkt ihr auch schon, dass es verschiedene Einheiten gibt, die besteuert werden.
Es gibt Steuersubjekte – das sind Personen wie ihr oder ich oder Unternehmen wie zum Beispiel eine GmbH – und Steuerobjekte – das ist sozusagen die Steuergrundlage.
Diese Steuersubjekte versteuern dann quasi ihre Steuerobjekte.
Steuerobjekte können zum Beispiel sein: Das Einkommen, der Gewinn, ein Umsatz oder auch Gegenstände wie ein Auto bei der KFZ-Steuer oder eine Immobilie bei der Grundsteuer und Grunderwerbsteuer.
Nicht alle Steuerarten gehen übrigens einfach “an den Staat” und der setzt sie dann ein, um damit Dinge zu bezahlen.
Es gibt Bundes-, Landes- und Gemeindesteuern, die dann eben entweder an den Staat, an das Bundesland oder an die Stadt oder Gemeinde gehen.
Es gibt auch Steuerarten, die aufgeteilt werden, die nennen sich Gemeinschaftsteuern.
Außerdem werden Teile der Steuereinnahmen auch an die EU weitergeleitet.
Die beiden wichtigsten Gemeinschaftsteuern sind die Umsatzsteuer und die Einkommensteuer.
Die wichtigste Gemeindesteuer ist die Gewerbesteuer – aus dem Grund ist es zum Beispiel auch nicht “egal”, wo man seine Gewerbesteuer zahlt.
Für die Gemeinden ist es wichtig, dass sie die ihnen zustehende Gewerbesteuer auch bekommen und man nicht einfach irgendwo anders Gewerbesteuer zahlt.
Deshalb gibt es zum Beispiel auch oft Probleme mit Briefkastenfirmen oder Coworking Spaces, die man in einer Gemeinde mit günstigem Hebesatz anmietet, um Gewerbesteuer zu sparen.
Das findet die Gemeinde, in der man eigentlich selbstständig ist, dann nämlich so gar nicht witzig.
Denn der fehlt dann Geld, das sie braucht, um damit das Leben in den Gemeinden zu finanzieren, also Infrastruktur, Kinderbetreuung, Grünanlagen, Feuerwehr, Müllabfuhr und so weiter.
Aber nicht nur solche Sachen werden von Steuereinnahmen finanziert.
Die Bundesländer finanzieren damit vor allem Schulen und Unis, Polizei, Krankenhäuser und Kultur.
Der Bund dagegen gibt das meiste Geld für das Sozialsystem aus.
Denn auch wenn Geld für zum Beispiel Verteidigung, Forschung und Bundesbeamte ausgegeben wird, ist das verhältnismäßig ein Witz gegenüber den Ausgaben für Dinge wie das Kindergeld, Elterngeld, Wohngeld, Bürgergeld und vor allem die Bezuschussung des Rentensystems.
Im Prinzip finanzieren Steuern also alle möglichen Dinge, die wir täglich nutzen, an vielen Stellen auch kostenlos.
Deshalb gibt es viele, die sagen, dass sie “gerne” Steuern zahlen, weil sie wissen, dass sie sich an der Finanzierung eines Systems beteiligen, von dem sie profitieren und profitiert haben.
Grundsätzlich sind Steuern vermutlich auch notwendig, um die Organisation so großer Gemeinschaften von Menschen irgendwie finanzieren zu können.
Wie hoch diese Steuern ausfallen, über welche Wege man Steuern erhebt und wie effizient die Steuereinnahmen genutzt werden, ist wohl der viel größere Streitpunkt als die Frage, ob es überhaupt Steuern geben darf.
Was meint ihr, sind Steuern grundsätzlich eine gute Sache oder immer Raub und damit schlecht?
Und versteht ihr jetzt ein bisschen besser, was Steuern eigentlich sind?
Lasst es uns in den Kommentaren auf YouTube wissen und guckt euch unbedingt noch mehr Videos von uns an, wenn ihr besser verstehen wollt, wie Steuern genau funktionieren.
In der Videobeschreibung des YouTube Videos findet ihr Playlists zur Einkommensteuer, zu Steuern für Unternehmer, für Investoren, für Vermieter und für Angestellte, sodass ihr euch genau zu eurer eigenen Situation durchklicken könnt.
Und damit ihr auch neue Videos nicht verpasst, klickt einmal auf den Abo-Button und die Glocke, wenn ihr schon da seid ;)
Tschüssi!
Hinweis: Bei unseren Videos und Beiträgen handelt es sich nicht um steuerliche Beratung. Auch erheben unsere Videos und Beiträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir formulieren hier einfach und verständlich, daher erheben wir auch keinen Anspruch auf steuerrechtlich vollkommen korrekte Begrifflichkeiten. Für steuerliche Beratung wendet euch bitte an euren Steuerberater.
HA




Kommentare