5 Gründe warum DU keine GmbH brauchst
- vor 6 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Wir haben euch letztens hier 5 top Gründe FÜR die Gründung einer GmbH gezeigt.
Aber zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass die GmbH nicht nur Vorteile, sondern auch einige Nachteile hat.
Das verschweigen die Gurus im Internet immer gerne, aber dafür sind wir ja da.
Wenn ihr nicht blauäugig einfach den tollen Steuervorteilen irgendwelcher selbsternannten Steuergurus hinterherlaufen, sondern lieber auch eine Prise Realismus aus praktischen Erfahrungen einfließen lassen wollt, dann solltet ihr unter dem YouTube Video auf den Abo-Button klicken und die Glocke aktivieren, falls ihr das noch nicht gemacht habt.
Grund 1: Hohe Kosten
Der erste Grund gegen eine GmbH ist auch direkt der Grund dafür, warum euch Gurus gerne verschweigen, dass die GmbH auch Nachteile hat: Eine GmbH produziert immer hohe Kosten.
Selbst wenn ihr eine “leere” GmbH habt, in der noch nichts passiert, habt ihr direkt einiges an Aufwand und Kosten an den Hacken.
Denn nicht nur, dass die GmbH Stammkapital braucht, das ihr aufbringen müsst, auch die Gründung selbst kann gut und gerne mehr als 1.000 € kosten.
Denn ihr müsst dafür einen Notar beauftragen, vielleicht braucht ihr noch anwaltliche Beratung, ihr müsst die Eintragung ins Handelsregister bezahlen, die Gewerbeanmeldung, die Anmeldung bei der IHK steht auch direkt ins Haus und wenn ihr den steuerlichen Erfassungsbogen nicht selbst macht, müsst ihr dafür einen Steuerberater bezahlen.
Und beim Thema beraten kommen die Gurus dann gerne ins Spiel, denn die wollen auch oft noch Geld von euch haben für tolle Steuersparmodelle, die völlig außer Acht lassen, dass gesparte Steuern nichts bringen, wenn ihr dieses Geld an anderer Stelle wieder ausgeben müsst.
Auch laufend produziert eine GmbH grundsätzlich nicht geringe Kosten.
Denn selbst wenn in der GmbH nichts passiert, muss sie trotzdem eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen, eine E-Bilanz ans Finanzamt und eine Offenlegung oder Hinterlegung ans Unternehmensregister übermitteln.
Auch ein Einzelunternehmen produziert natürlich mehr und mehr Aufwand und auch da kann es irgendwann notwendig sein, eine Bilanz zu machen, aber eben nicht ab Tag 1, sondern erst, wenn das Unternehmen größer wird.
Grund 2: Strikte Ordnung
Der zweite Grund hat mit euch und eurer Organisation zu tun.
Denn die GmbH ist ja – wie wir im ersten Video schon besprochen haben – eine eigenständige Rechtsperson.
Das bedeutet, dass die Finanzen der GmbH nicht eure Finanzen sind und umgekehrt.
Ihr könnt also nicht einfach irgendwelche privaten Sachen vom GmbH Konto bezahlen und umgekehrt auch nicht irgendwelche Sachen für die GmbH mit eurer privaten Kreditkarte, weil die GmbH vielleicht keine hat.
Auch als Einzelunternehmer solltet ihr zwar ein gesondertes Geschäftskonto haben und da auch im besten Fall nichts Privates drüber laufen lassen, aber falls ihr das noch mal macht, ist das dann für die Buchhaltung zwar nervig, hat aber keine rechtlichen Konsequenzen.
Bei der GmbH sieht das ganz anders aus.
Denn dann habt ihr schnell mal eine verdeckte Gewinnausschüttung, die versteuert werden muss und auch haftungsrechtlich können sich daraus Probleme ergeben.
Im Prinzip greift ihr in die Tasche eines Fremden, auch das würdet ihr – hoffentlich – nicht tun, also macht es auch nicht bei eurer GmbH.
Grund 3: Alles nur mit Planung
Ihr könnt zwar wegen dieser rechtlichen Trennung bestimmte Dinge in Sachen Steuern besser planen – zum Beispiel wann ihr Gewinne ausschüttet und damit “hoch” besteuert siehe erstes Video mit den Gründen FÜR eine GmbH.
Aber die Kehrseite dieser Planungsmöglichkeiten ist, dass ihr auch planen MÜSST.
Ihr könnt euch nicht einfach so mehr Geld aus der GmbH nehmen, wenn euch heute einfällt, dass ihr das braucht.
Entweder ihr macht eine Gehaltserhöhung, die aber im Voraus schriftlich vereinbart werden und auch fremdüblich sein muss oder ihr macht eine Gewinnausschüttung.
Aber auch für die braucht ihr einen Gesellschafterbeschluss, müsst eine Kapitalertragsteueranmeldung abgeben und diese Kapitalertragsteuer abführen.
Als Einzelunternehmer könnt ihr einfach innerhalb von 5 Minuten eine Privatentnahme machen und fertig.
Umgekehrt könnt ihr als Einzelunternehmer einen privaten Geldsegen aus einem Erbe oder einem steuerfreien Hausverkauf beispielsweise ganz problemlos über eine Privateinlage für Investitionen innerhalb eures Unternehmens nutzen.
Bei der GmbH geht das nicht so einfach, weil eine Kapitalerhöhung auch wieder geplant werden muss.
Wenn ihr jetzt denkt “Dann geb ich der GmbH halt einfach ein Darlehen”: Auch das muss dann wieder schriftlich vereinbart werden, man muss aufpassen, dass die Regelungen fremdüblich sind und auch in der Realität so umgesetzt werden.
Grund 4: Haftungsbeschränkung?
Eigentlich ist die GmbH ja – wie ihr Name “Gesellschaft mit beschränkter Haftung” sagt - dafür da, die Haftung zu beschränken, nämlich auf das Vermögen der GmbH.
Aber diese Haftungsbeschränkung greift nur dann, wenn ihr eure Pflichten als Geschäftsführer auch wirklich zu komplett korrekt erfüllt.
Wenn ihr als Geschäftsführer eure Sorgfaltspflichten verletzt, haftet ihr schnell doch auch mit eurem Privatvermögen, nur, dass ihr euch darüber in diesem Fall wahrscheinlich nicht im Klaren seid.
Beim Einzelunternehmen wisst ihr das.
Das kann ganz schön böse ins Auge gehen, wenn man einfach keine Ahnung hat, dass sich die Haftung auf das eigene Privatvermögen ausgeweitet hat.
Grund 5: Hohe Steuern
Vermutlich fragt ihr euch jetzt, ob wir komplett panne sind, weil wir ja im ersten Video direkt als ersten Grund FÜR eine GmbH niedrigere Steuern genannt haben.
Aber wie wir im ersten Video schon erklärt haben, hat man nur dann eine niedrigere Steuerbelastung mit der GmbH, wenn man erstens ein höheres Einkommen hat und zweitens wenn man die Gewinne der GmbH nicht vollständig aus ihr rauszieht.
Denn egal ob Gehalt oder Gewinnausschüttung - hole ich alle Gewinne aus der GmbH raus, ist meine Steuerbelastung mindestens genauso hoch, wenn nicht sogar deutlich höher, als wenn ich ein Einzelunternehmen habe.
Außerdem muss ich die ganzen Kosten ja dann auch noch dazu rechnen, sodass mich die GmbH sehr teuer zu stehen kommt, wenn ich die Gewinne nicht innerhalb des Unternehmens reinvestieren, sondern privat verkonsumieren will.
Lasst uns in den Kommentaren auf YouTube wissen, ob euch die beiden Videos bei eurer Entscheidung GmbH Ja oder Nein geholfen haben und ob es noch andere Gründe gibt, die für euch ausschlaggebend sind.
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Bis dahin!
Hinweis: Bei unseren Videos und Beiträgen handelt es sich nicht um steuerliche Beratung. Auch erheben unsere Videos und Beiträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir formulieren hier einfach und verständlich, daher erheben wir auch keinen Anspruch auf steuerrechtlich vollkommen korrekte Begrifflichkeiten. Für steuerliche Beratung wendet euch bitte an euren Steuerberater.



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