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GmbH oder Einzelunternehmen? Womit weniger Steuern?

  • vor 8 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Wer erfolgreich ist, hat eine GmbH! 

Ist das ein Gedanke, der euch bekannt vorkommt oder habt ihr sowas schon mal von Jemandem gehört? 

Einzelunternehmer ist nur was für die kleinen Fische oder für den Anfang, das denken viele. 

Das liegt unter anderem daran, dass es oft heißt, man spart Steuern mit der GmbH. 

Das stimmt so pauschal aber gar nicht und was auch viele nicht bedenken, ist, dass es auch noch andere Dinge als nur die lieben Steuern gibt. 

Nach diesem Video hier, wisst ihr, ob und wann sich eine GmbH für euch lohnt. 

Übrigens gilt das, was wir uns jetzt so angucken, nicht nur für die GmbH, sondern auch für die UG. 

Denn beides sind sogenannte Kapitalgesellschaften. 

Rechtlich sind das also eigenständige “Personen” mit einem eigenen Vermögen, das komplett vom Vermögen der Gesellschafter, also quasi der “Inhaber” getrennt ist. 

Deshalb funktioniert das mit den Steuern eben auch anders. 

Kleine Side Note zwischendurch: Das betrifft nicht nur die Steuern, sondern auch die Haftung. 

Ein Einzelunternehmer haftet für Schulden und Verpflichtungen des Unternehmens nämlich auch mit seinem Privatvermögen. 

Bei Kapitalgesellschaften ist das erst mal grundsätzlich nicht so. 

Die Gesellschaft haftet einfach nur mit ihrem Vermögen und das Vermögen des Gesellschafters ist safe. 

Gerade wenn ich ein eher “riskantes” Geschäft habe, kann die Haftung ein wichtiges Kriterium für die Frage sein, ob Einzelunternehmen oder GmbH. 

Aber es gibt auch einige Bereiche, in denen das keine so große Rolle spielt. 

Und in der Praxis ist diese “grundsätzliche” Haftungsbeschränkung eben doch nicht immer so gegeben. 

Das größte praktische Problem ist, dass das mit der Haftungsbeschränkung nur klappt, wenn man wirklich alles ganz richtig und korrekt macht – was aber eben in der Praxis oft auch nicht klappt – und dann bringt einem das am Ende auch nichts. 

Das würde hier jetzt aber zu weit führen, nur damit ihr das mal gehört habt. 

Jetzt aber zu den steuerlichen Unterschieden. 

Beim Einzelunternehmen ist es so, dass das Ergebnis eines Jahres, also der Gewinn oder Verlust, immer in dem Jahr bei dem Unternehmer als Menschen zu versteuern ist, also mit der Einkommensteuer. 

Und die ist ja in Deutschland progressiv, steigt also mit steigendem Einkommen.  

Deshalb wird es quasi steuerlich immer teurer, je mehr Gewinn das Unternehmen macht. 

In der GmbH ist das anders. 

Die hat einen fixen Steuersatz von 15 % für die Körperschaftsteuer und noch mal ungefähr 15 % für die Gewerbesteuer, insgesamt also 30 %. 

Jetzt ist der erste Gedanke, den viele haben: Ja prima, 30 % ist ja viel weniger als die 42 % Spitzensteuersatz. 

Ist auch richtig, aber die 30 % mit dem Spitzensteuersatz zu vergleichen, ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. 

Denn der Spitzensteuersatz ist ein sogenannter Grenzsteuersatz. 

Das bedeutet der fällt nur auf alle einzelnen Euros an, die über der Grenze für den Spitzensteuersatz liegen. 

Alle einzelnen Euros darunter haben einen niedrigeren Steuersatz und die ersten ca. 12.000 Euro fällt sogar gar keine Einkommensteuer an. 

Man muss also stattdessen die 30 % mit dem Durchschnittssteuersatz vergleichen. 

Und der steigt erst bei einem Gewinn in der Größenordnung 100.000 € auf um die 30 % an, wenn ihr nicht noch andere Einkünfte habt. 

Ja, das ist jetzt etwas vereinfacht dargestellt, weil ihr auch im Einzelunternehmen Gewerbesteuer zahlen müsst, wenn ihr denn gewerblich und nicht im steuerlichen Sinne freiberuflich seid, aaaaaber die Gewerbesteuer wird erstens je nach Hebesatz komplett oder zum größten Teil auf die Einkommensteuer angerechnet und zweitens habt ihr im Einzelunternehmen einen gewerbesteuerlichen Freibetrag von 24.500 € pro Jahr, den die GmbH nicht hat. 

Der noch viel größere Knackpunkt ist aber, dass es das mit den Steuern bei der GmbH noch nicht war, wenn ihr das Geld aus der GmbH rausholen müsst, um privat davon zu leben. 

Das müsst ihr dann entweder über Gewinnausschüttungen machen, auf die dann noch mal weitere 25 % Kapitalertragsteuer anfällt - und genau, damit seid ihr dann insgesamt betrachtet über dem Spitzensteuersatz – oder über ein Gehalt für eure Tätigkeit als Geschäftsführer. 

Das Gehalt ist zwar in der GmbH Betriebsausgabe, sodass der Gewinn in der GmbH und damit auch die Steuern in der GmbH sinken, aber das Gehalt müsst ihr dann wiederum trotzdem mit eurem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. 

Heißt wieder das Spiel mit der Progression und dem Spitzensteuersatz. 

Würdet ihr also alles Geld aus der GmbH ziehen, wäre das steuerlich witzlos, weil ihr dann dasselbe hättet wie beim Einzelunternehmen. 

Neben all diesen Überlegungen wird ganz oft ganz gerne “vergessen” zu erwähnen, dass eine GmbH von Anfang an hohe Kosten produziert, die ein Einzelunternehmen nicht unbedingt in der Form mit sich bringt. 

Denn bei einer GmbH muss, egal wie groß oder klein sie ist, immer eine Bilanz erstellt werden, die deutlich komplexer ist als eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung und die man im Normalfall an einen Steuerberater auslagert. 

Beim Steuerberater kostet die Erstellung eines Jahresabschlusses einer GmbH in der Regel auch deutlich mehr als das Einzelunternehmen, weil für die GmbH mehr gemacht und abgegeben werden muss, was dann jeweils die Rechnung erhöht. 

Wenn ihr euch ein Gehalt auszahlen lasst, muss das auch über Gehaltsabrechnungen abgerechnet werden, auch das ist etwas, das im Normalfall an einen Steuerberater ausgelagert wird. 

Außerdem kostet auch die Gründung einer GmbH nicht wenig Geld. 

Und nicht zu vergessen: Ihr müsst in der Lage sein, Betriebliches strikt vom Privaten zu trennen, weil sich sonst Probleme mit verdeckten Gewinnausschüttungen und Einlagen ergeben können, die wirklich nicht spaßig sind. 

Wenn es euch da also an der Organisation mangelt, kann das auch ein deutliches Zeichen gegen eine GmbH sein. 

Wenn ihr aber entweder die genannten Größenordnungen beim Gewinn sprengt und das Geld nicht für private Zwecke verkonsumieren wollt oder euer Business neben eurem Job startet und deshalb schon einen höheren Einkommensteuersatz in der Progression habt oder wenn ihr schon plant, das Unternehmen in nicht all zu ferner Zukunft zu verkaufen, dann kann sich eine GmbH natürlich auch lohnen. 

Es gibt wirklich viele Unternehmer, für die die GmbH bestens geeignet ist. 

Es ist nur einfach wichtig, dass ihr euch nicht übereifrig in die GmbH stürzt, bloß weil im Internet undifferenzierter Stuss erzählt wird. 

Denn es gibt auch viele Unternehmer, für die das Einzelunternehmen wunderbar funktioniert. 

Deshalb sprecht das am besten mal mit einem Steuerberater und/oder Anwalt durch, wenn bei euch die Frage GmbH oder Einzelunternehmen keine ganz klare Kiste ist und ihr euch nicht ganz sicher seid. 

Wenn ihr noch weitere Pro und Contra Argumente für die GmbH und auch für das Einzelunternehmen habt, die die Leute da draußen unbedingt kennen sollten, packt sie unter dem YouTube Video in die Kommentare, genauso wie eure Fragen, und lasst - wenn ihr schon mal da seid - ein Abo, ein Like und vielleicht sogar einen Hype da, damit ihr mehr Content für euer Business in euren Feed kriegt. 

Danke und bis bald! :)




Hinweis: Bei unseren Videos und Beiträgen handelt es sich nicht um steuerliche Beratung. Auch erheben unsere Videos und Beiträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir formulieren hier einfach und verständlich, daher erheben wir auch keinen Anspruch auf steuerrechtlich vollkommen korrekte Begrifflichkeiten. Für steuerliche Beratung wendet euch bitte an euren Steuerberater.




 
 
 

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