Doppelte Haushaltsführung erklärt (und wie Du Geld zurückbekommst)
Du arbeitest in einer Stadt, aber wohnst eigentlich in einer anderen.
Vielleicht wegen einem Praktikum, einer Projektarbeit oder weil Du und Deine Familie noch nicht umziehen wolltet.
Genau diese Situation kann Dir steuerlich Geld bringen.
Und nein — das ist kein Steuertrick.
Das ist ganz offiziell geregelt.
WAS IST DAS ÜBERHAUPT?
Die doppelte Haushaltsführung bedeutet ganz vereinfacht gesagt, dass Du zwei Wohnsitze hast.
Einen Hauptwohnsitz und einen zweiten Wohnsitz am Arbeitsort.
Zum Beispiel: Deine Familie lebt in Dortmund, aber Du arbeitest unter der Woche in Frankfurt und hast dort eine kleine Wohnung.
Dann sagt das Finanzamt: „Okay — das ist eine doppelte Haushaltsführung.“
Und genau das kann steuerlich relevant sein.
WAS DU ABSETZEN KANNST
Wenn du diese Voraussetzungen erfüllst, kannst du verschiedene Kosten absetzen.
Zum Beispiel:
Miete am Arbeitsort
Fahrtkosten zwischen den Wohnsitzen, sogenannte Familienheimfahrten
Verpflegungsmehraufwand in den ersten drei Monaten
Umzugskosten
Einrichtung
Internetkosten
Hausratversicherung
Das bedeutet:
Ein Teil deiner doppelten Belastung kann über die Steuer wieder ausgeglichen werden.
Und viele wissen nicht einmal, dass sie Anspruch darauf hätten.
WIE VIEL GEHT?
Die Kosten für die Zweitwohnung müssen nachgewiesen werden und können dann bis zu einer Höchstgrenze von maximal 1.000 € pro Monat geltend gemacht werden.
Es sollte also schon wirklich eher eine kleine, einfache Wohnung sein, wenn ihr die Kosten für die Wohnung voll absetzen können wollt.
Denn „Kosten für die Wohnung“ beinhaltet nicht nur die Kaltmiete, sondern auch die Nebenkosten und die Zweitwohnungssteuer.
Und in großen Städten sind Wohnungen im Schnitt nun mal eher teuer.
Ein nettes Luxus-Loft als Zweitwohnung ist dann eben doch Privatvergnügen.
Was die Familienfahrten angeht, kann pro Woche ein Mal die Entfernungspauschale geltend gemacht werden - aktuell also 38 Cent pro vollem Entfernungskilometer.
Heißt also nur einfache Entfernung, nicht hin und zurück.
Sind die tatsächlichen Fahrtkosten höher, geht auch das, aber dann muss wieder alles nachgewiesen werden.
Selbst wenn sie die doppelte Haushaltsführung an sich kennen, denken viele nicht an die Verpflegungsmehraufwandspauschalen.
Die kann man auch hier ansetzen und das läppert sich natürlich schnell, wenn man jedes Mal 5 Tage am Stück weg ist und somit für die meisten Tage sogar die höhere Pauschale von 28 € nutzen kann.
Allerdings geht das nur für die ersten 3 Monate der doppelten Haushaltsführung.
Aber: Die 3 Monate gibt es wieder neu, wenn man eine längere Unterbrechung von mehr als 4 Wochen zum Beispiel wegen Elternzeit oder einer längeren Krankheit hatte und nicht in die Zweitwohnung gefahren ist.
Umzugskosten lassen sich hier leider nicht pauschal absetzen, aber wenn Du die tatsächlichen Kosten nachweisen kannst, kannst du die angeben.
Die Einrichtung der Wohnung und weitere Kosten, die man für so eine Wohnung hat wie ein eigener Internetvertrag oder die Hausratversicherung, können - mit Nachweisen - auch voll abgesetzt werden.
FAZIT
Wenn Du also an zwei Orten lebst, weil Dein Job es erfordert, lohnt es sich fast immer, genauer hinzuschauen.
Nicht jede Situation qualifiziert sich automatisch, aber bestimmt mehr als Du vielleicht jetzt denkst.
Hast Du schon mal zwischen zwei Städten gewohnt oder pendelst regelmäßig?
Dann schreib mal in die Kommentare auf YouTube, wie Deine Situation aussieht und ob Du das alles schon nutzt.
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Tschüss!
Hinweis: Bei unseren Videos und Beiträgen handelt es sich nicht um steuerliche Beratung. Auch erheben unsere Videos und Beiträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir formulieren hier einfach und verständlich, daher erheben wir auch keinen Anspruch auf steuerrechtlich vollkommen korrekte Begrifflichkeiten. Für steuerliche Beratung wendet euch bitte an euren Steuerberater.




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