DAS passiert wenn Du Deine Steuererklärung nicht abgibst
Schon mal gedacht “Ach, kein Bock auf Finanzamt, mach ich irgendwann”?
Schlechte Idee.
Heute gehen wir Schritt für Schritt durch, was wirklich passiert, wenn Du Dich nicht um Deine Pflichten vorm Finanzamt kümmerst, von der ersten Erinnerung bis es dann so richtig unangenehm wird.
Die Erinnerung
Einfach nur nicht rechtzeitig gekümmert, obwohl das Finanzamt weiß, dass Du eine Steuererklärung abgeben musst?
Dann kommt in der Regel erst mal eine mehr oder weniger freundliche Erinnerung zur Abgabe der Steuererklärung oder welcher Unterlagen auch immer.
In dieser Erinnerung setzt das Finanzamt Dir eine Frist, Deine Verfehlungen nachzuholen.
Selbst wenn Du das dann innerhalb der Frist erledigst, schützt Dich das aber nicht vor Verspätungszuschlägen.
Denn zu spät abgegeben hast Du ja trotzdem schon.
Die Schätzung
Wenn Du Dich einfach tot stellst und immer noch nicht lieferst, kann das Finanzamt auf das Instrument der Schätzung zurückgreifen.
Das bedeutet das Finanzamt schätzt einfach Zahlen anhand schon vorliegender Infos und darauf musst Du dann Steuern zahlen.
Und natürlich schätzt das Finanzamt da dann nicht besonders gnädig oder vorsichtig, denn schließlich sollst Du ja dazu bewegt werden, Deinen Pflichten nachzukommen und dem Finanzamt soll keine Steuergelder durch die Lappen gehen, bloß weil Du nicht abgibst.
Gegen diese Schätzung kannst Du dann nur vorgehen, indem Du einen Einspruch einlegst und die Erklärung als Begründung für diesen Einspruch nachreichst.
Machst Du das, ersetzt die korrekte Steuerlast die geschätzte.
Gleichzeitig beantragt man hier oft auch die sogenannte Aussetzung der Vollziehung, damit man die Schätzung nicht zahlen muss.
Die kann aber auch abgelehnt werden.
Machst Du das mit dem Einspruch und der Nachreichung nicht rechtzeitig und die Schätzung ist zu hoch ausgefallen, hast Du Pech gehabt, dann musst Du die Schätzung trotzdem zahlen.
Und für die Schlaumeier, die sich denken "Ja geil, wenn das Finanzamt zu niedrig geschätzt hat, zahl ich also einfach die Schätzung und freu mich” – falsch gepokert.
Denn selbst wenn Du die Schätzung brav bezahlst, befreit Dich das nicht von der Pflicht, die Erklärung noch abzugeben.
Das Finanzamt ist also nicht einfach damit zufrieden, dass Du die Schätzung bezahlt hast.
Deshalb gibt es auch noch ein paar zusätzliche harte Bandagen wie
Das Zwangsgeld
Das Zwangsgeld hat im Gegensatz zur Schätzung überhaupt nichts mit eurer Steuerlast zu tun.
Während das, was ihr aufgrund der Schätzung an Steuern gezahlt habt, also auf eure dann irgendwann endgültige, höhere Steuerlast angerechnet wird, ist das einmal gezahlte Zwangsgeld im Normalfall einfach weg.
Aber: Reicht man die Steuererklärung nach Festsetzung des Zwangsgelds ein, aber hat das Zwangsgeld noch nicht gezahlt, entfällt es.
Hier lohnt es sich also, Gas zu geben.
Wenn Du Dir jetzt denkst “Na, dann zahl ich das einfach nicht und geb irgendwann ab, dann muss ich das ja niemals zahlen”, habe ich schlechte Nachrichten für Dich, denn es gibt auch
Die Kontopfändung
Das Finanzamt kann Dir Deine Konten einfrieren.
Und das passiert jetzt nicht nur bei riesigen Unternehmen, wo es also auch um riesige Summen an Steuergeldern geht.
Wir wissen aus unserer praktischen Erfahrung, dass das auch in kleineren Einkommensteuerfällen passieren kann.
Und weil das Finanzamt dafür keinen Gerichtsbeschluss braucht, geht das auch deutlich schneller, als wenn man jetzt Schulden bei irgendeinem Privatunternehmen oder so hat.
Wenn Du nicht in der Lage bist, allen Forderungen des Finanzamts sofort nachzukommen, solltest Du trotzdem unbedingt mit dem Finanzamt sprechen und eine Vorgehensweise aushandeln.
Es gibt zum Beispiel sogenannte Stundungen, bei denen vereinbart wird, dass Zahlungen erst später geleistet werden.
Die sind aber auch nicht gratis, sondern darauf müssen dann sogenannte Stundungszinsen gezahlt werden.
Und ja, es geht noch unangenehmer, denn es kann auch passieren, dass ein
Steuerstrafverfahren
eingeleitet wird, wenn ihr nicht einlenkt und euren Pflichten nachkommt.
Denn Steuerhinterziehung bedeutet nicht nur Steuern nicht zahlen wegen falscher Angaben, sondern auch wegen Nichtabgabe.
Und dass Steuerhinterziehung doch ziemlich empfindliche Strafen nach sich ziehen kann, hast Du sicher schon mal gehört.
Das Gefährliche ist: Es beginnt meistens komplett harmlos.
Du ignorierst einen Brief.
Dann noch einen.
Plötzlich schuldet man laut Schätzung Summen, die völlig absurd wirken.
Und wir wissen, dass das nicht immer daran liegt, dass man etwas Böses im Sinn hat, sondern dass man Angst vor dem ganzen Thema hat und je tiefer man drinsteckt, desto größer wird diese Angst.
Aber wie Du jetzt hoffentlich weißt, ist Aussitzen an dieser Front einfach keine Lösung.
Und je öfter und je tiefer Du in diesen Strudel gerätst, desto mehr hat das Finanzamt Dich auch in Zukunft auf dem Kieker – dann kommt vielleicht nicht mehr als erstes eine Erinnerung, sondern es werden direkt härtere Saiten aufgezogen.
Wenn Deine Angst zu groß oder Dir das Ganze über den Kopf gewachsen ist, hol Dir im Zweifel also Hilfe von einem Steuerberater, aber lass es nicht so weit kommen, dass Du nachher wirklich ernsthafte Probleme hast, die Dein ganzes Leben dominieren.
Und damit Du nicht mehr so viel Angst vor dem Thema hast, folg' uns auf Insta und abonnier' uns auf YouTube, denn wir erklären das Ganze so, dass auch Du das hinkriegst.
Hinweis: Bei unseren Videos und Beiträgen handelt es sich nicht um steuerliche Beratung. Auch erheben unsere Videos und Beiträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir formulieren hier einfach und verständlich, daher erheben wir auch keinen Anspruch auf steuerrechtlich vollkommen korrekte Begrifflichkeiten. Für steuerliche Beratung wendet euch bitte an euren Steuerberater.




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