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Der perfekte Businessplan



Weil Geld leider nicht vom Himmel fällt, braucht man als Unternehmensgründer manchmal einen großzügigen “Spender” – und zwar Banken.

Die werfen mit Geld aber leider auch nicht unbedingt um sich, deswegen muss man hier mit handfesten Argumenten um die Ecke kommen.

Und die verpackt man am besten in einem Businessplan.

Businesspläne sind aber nicht nur für potentielle Geldgeber relevant, sondern zum Beispiel auch für potentielle Vermieter.

Gewerbliche Mietverträge werden häufig mit 5 Jahren Mindestmietdauer geschlossen und da ihr als Gründer keine belastbaren Zahlen aus der Vergangenheit liefern könnt, die beweisen, dass ihr die Miete zahlen könnt, wollen Vermieter häufig zumindest belastbare Planzahlen sehen.

Wenn ihr wirklich gerade erst gegründet habt, braucht ihr auch für den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung einen groben Plan, was euren erwarteten Gewinn und den erwarteten Umsatz angeht.

Diese Infos braucht das Finanzamt unter anderem, um gegebenenfalls Steuervorauszahlungen festzusetzen. Außerdem kann der Businessplan sich auch mal als nützlich erweisen, falls es mit eurem Business wider Erwarten doch nicht so gut läuft und das Finanzamt irgendwann mit der Frage um die Ecke kommt, ob ihr überhaupt eine Gewinnerzielungsabsicht habt.

Wenn das Finanzamt mit diesem Thema namens Liebhaberei ankommt, ist es immer gut, wenn man denen direkt einen Businessplan unter die Nase halten.

Zur Liebhaberei haben wir hier schon mal ein Video gemacht.

Aber damit noch nicht genug – Businesspläne sind nicht nur nervige Nervereien, die ihr für andere macht.

Auch für euch selber kann ein Businessplan wichtige Infos und Erkenntnisse liefern.

Wenn ihr euch nämlich im Vorfeld schon mal konkrete Gedanken über eure Zahlen und eure Pläne macht, könnt ihr viel besser abschätzen, ob das alles überhaupt so klappen kann, wie ihr euch das vorstellt.

Also macht es gleich ordentlich und nutzt das Projekt “Businessplan” für euch statt nur dafür, eure Pflichten gegenüber irgendwelchen Behörden zu erfüllen.

Was gehört in den Businessplan?


Nachdem jetzt hoffentlich jedem klar geworden ist, wofür ihr den braucht, nun endlich zu den wirklich wichtigen Dingen: Wie geht das mit diesem Businessplan?

Meistens stellt man einen Businessplan für einen Zeitraum von 5 Jahren auf.

Was vermutlich niemanden verwundert ist, dass der Plan mit jedem Jahr ungenauer wird.

Es können immer unvorhergesehene Dinge passieren und es kann auch einfach niemand in die Zukunft gucken.

Und deswegen sollte bei dem Gedanken daran, einen Businessplan erstellen zu müssen, auch bitte niemand in Panik verfallen.

Es geht gar nicht darum, in die Zukunft schauen zu können, denn es geht bei Businessplänen nicht um den letzten Cent.

Es geht darum, dass der Plan in sich schlüssig ist und dass er eine realistische Einschätzung künftiger Entwicklungen liefert.

Meistens macht man für das erste Jahr eine sehr detaillierte Planung.

Für einen 3-Jahres-Zeitraum macht man dann noch eine einigermaßen detaillierte Planung.

Und dann noch eine weitere für einen 5-Jahres-Zeitraum.

Die ist dann aber wirklich deutlich weniger detailliert und zeigt eher eine Richtung auf, in die sich die Zahlen entwickeln. Klar ist dabei aber auch, dass man die Zahlen für eine Bank oder einen Investor wahrscheinlich eher optimistisch und für die Steuervorauszahlungen eher pessimistisch schätzt. Wer auch immer Adressat ist, es gibt ein paar Bestandteile, die so eine Planung auf jeden Fall haben muss und das sind:

  • Profitabilitätsplanung: Wie viel Geld nehmt ihr ein und wie viel bleibt davon nach Kosten übrig?

  • Umsatzplanung: Für wie viel Geld könnt ihr eure Leistungen oder Produkte verkaufen? Welchen Anteil am Umsatz haben eure einzelnen Leistungen oder Produkte, falls ihr mehrere anbietet?

  • Kostenplanung: Für was müsst ihr wieviel Geld ausgeben? In welchen Bereichen ist mit Kostensteigerungen und in welchen mit Kostensenkungen zu rechnen?

  • Liquiditätsplanung: Wie viele liquide Mittel habt ihr zu welchem Zeitpunkt und aus welchen Quellen kommen sie?

Welche Infos muss der Businessplan liefern?

Ein Businessplan besteht aber nicht nur aus Zahlen – er sollte auch ein paar ausformulierte Gedanken enthalten.

Da ist wichtig, dass ihr sowohl Chancen als auch Risiken realistisch und euer Konzept insgesamt glaubwürdig und schlüssig rüberbringt. Es gibt ein paar Fragen, auf die ihr auf jeden Fall eingehen solltet:

  1. Was ist euer Produkt / eure Dienstleistung? Das solltet ihr in so einfachen Worten wie möglich erklären und erst dann detaillierter werden, damit jeder es verstehen kann.

  2. Welches Problem löst ihr für eure Kunden?

  3. Habt ihr schon Kunden? Wenn ja, wie viele? Wie groß ist das potentielle Auftragsvolumen mit diesen Kunden? Falls ihr noch keine Kunden habt, wo wollt ihr welche auftreiben und wie erreicht ihr sie?

  4. Wie könnt ihr laufend neue Kunden gewinnen? Wie sieht eure Zielgruppe aus?

  5. Was würden potentielle Kunden für eure Leistung oder euer Produkt zahlen? Hier könnt ihr zum Beispiel Umfragen machen und die im Businessplan beschreiben und auswerten, um zu zeigen, dass das nicht einfach nur eure eigene Meinung ist.

  6. Gibt es Konkurrenzunternehmen? Wenn ja, wie viele und welche? Wie groß sind diese Konkurrenten?

  7. Was unterscheidet euch von Konkurrenzunternehmen? Was verbindet euch mit ihnen?

  8. Warum seid gerade ihr geeignet für dieses Vorhaben?

  9. Wie wollt ihr euch organisieren? Wie erarbeitet ihr die Abläufe in eurem Unternehmen?

  10. Wer ist für was zuständig und warum? Die Frage braucht ihr natürlich nicht aufnehmen, falls ihr komplett alleine seid.



Hinweis: Bei unseren Videos und Beiträgen handelt es sich nicht um steuerliche Beratung. Auch erheben unsere Videos und Beiträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir formulieren hier einfach und verständlich, daher erheben wir auch keinen Anspruch auf steuerrechtlich vollkommen korrekte Begrifflichkeiten. Für steuerliche Beratung wendet euch bitte an euren Steuerberater.




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