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Die wichtigsten Steuerfragen von Gründern - Runde Zwei



Wir haben beim letzten Mal schon einige Gründerfragen in Bezug auf Steuern beantwortet. Aber da es noch ein paar andere gibt, die auch immer wieder zu großer Verwirrung und Bauchschmerzen führen, wollen wir uns die natürlich auch noch anschauen.


Wofür sind die Umsatzsteuer und die Umsatzsteuervoranmeldung überhaupt gut?


Die Umsatzsteuer hatten wir im ersten Teil schon mal kurz angerissen.

Wichtig: Die belastet einen als Unternehmer in der Regel nicht. Belastet wird eigentlich nur der Endverbraucher.

Wenn man Regelbesteuerer ist und für sein Produkt 100 Euro behalten will, dann stellt man eine Rechnung über 119 Euro.

Die darin enthaltenen 19 Euro Umsatzsteuer gibt man an das Finanzamt weiter.

Wenn man selber etwas für 119 Euro bei einem anderen Unternehmer kauft, dann kann man sich die 19 Euro enthaltene Vorsteuer vom Finanzamt erstatten lassen.

Zu dieser ganzen Sache und wann das nicht so funktioniert, was ein Regelbesteuerer ist und was nicht, haben wir euch schon in unserem Video zum Kleinunternehmer erklärt.

Umsatzsteuer, Vorsteuer und Mehrwertsteuer sind übrigens alles das Selbe, nur aus unterschiedlichen Blickwinkeln ;)


Firmenwagen ja oder nein? Leasing oder Kaufen?


Das kann man pauschal nicht beantworten.

Beide Seiten haben ihre Vor- und Nachteile.

Aber man kann auf jeden Fall sagen: Wenn man ein super günstiges Leasingangebot findet, dann macht es nicht so viel Sinn aufgrund irgendwelcher steuerlicher Aspekte nicht zuzuschlagen.

Denn so groß sind die Unterschiede zwischen Leasing und Kauf nicht.

Bei geleasten Wagen kann man die Leasingrate als Betriebsausgabe geltend machen, bei gekauften die Abschreibung.


Für beide gilt aber, dass die private Nutzung des Autos nicht einfach so als Betriebsausgabe geltend gemacht werden darf.

Wie man den Wert der Privatnutzung ermittelt, wenn das Auto im Betriebsvermögen ist bzw. betrieblich geleast wurde, haben wir euch in diesem Video schon erzählt.

Wie ihr die betrieblichen Kosten eures privaten Wagens geltend machen könnt, haben wir euch hier auch schon gezeigt.


Bei einem gekauften Wagen im Betriebsvermögen muss man außerdem noch berücksichtigen, dass die möglichen Gewinne bei einem späteren Verkauf des Autos steuerpflichtig sind.

Eine steuerfreie Veräußerung ist nur dann möglich, wenn der Wagen im Privatvermögen bleibt.


Wie ist das mit meiner Krankenversicherung und der Altersvorsorge?


Das ist leider ganz stark einzelfallabhängig.


Grundsätzlich gibt es vier Zweige der Sozialversicherungen – Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. Nebeneinkünfte sind eigentlich sozialversicherungsfrei, heißt also, wenn ihr angestellt sein und nebenher locker startet, habt ihr meistens mit dem Thema noch nicht so viel zu tun.

Es ist aber wichtig das im Auge zu behalten.

Denn häufig ist die Frage: Wo fängt die Nebentätigkeit an und wo hört sie auf?


Arbeitet man Vollzeit angestellt und macht ein bisschen was nebenher, dann sind das in der Regel Nebeneinkünfte, die nicht sozialversicherungspflichtig sind. Bis zu einer Grenze von mindestens 20 Wochenstunden in eurem Angestelltenverhältnis ist das auch noch recht unproblematisch, solange ihr gleichzeitig mindestens 50% eures monatlichen Einkommens aus dem Angestelltenverhältnis bezieht.

Arbeitet ihr aber unter 20 Stunden pro Woche angestellt oder verdient den Großteil eurer Brötchen mit eurer Selbständigkeit, wird es kritisch und ihr solltet euch dringend Gedanken über die Sozialversicherungsbeiträge machen.


Außerdem gibt es noch das große Problem mit der Scheinselbständigkeit.

Das wird immer dann ein Thema, wenn man nur einen einzigen Kunden hat oder einen Hauptkunden, für den man arbeitnehmerähnlich arbeitet.

Seid ihr also weisungsgebunden und in den Ablauf des Auftraggebers richtig eingebunden und könnt nicht tatsächlich selbständig entscheiden, sollten bei euch wirklich alle Alarmglocken läuten.

Wenn ihr nämlich in Wahrheit ein Angestellter seid, fallen auch Sozialversicherungsbeiträge an wie für einen Angestellten.

Umgehen könnt ihr dieses Risiko insbesondere dadurch, dass ihr mehrere Auftraggeber habt und / oder mindestens einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt, der euch hilft. Wenn man ganz safe sein will, dann kann man ein sogenanntes Statusfeststellungsverfahren machen lassen.

Das ist aber ziemlich viel Aufwand und kann eine Weile dauern.

Wenn ihr euch ganz unsicher seid, kann sich das aber trotzdem lohnen.




Hinweis: Bei unseren Videos und Beiträgen handelt es sich nicht um steuerliche Beratung. Auch erheben unsere Videos und Beiträge keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir formulieren hier einfach und verständlich, daher erheben wir auch keinen Anspruch auf steuerrechtlich vollkommen korrekte Begrifflichkeiten. Für steuerliche Beratung wendet euch bitte an euren Steuerberater.




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